Mordlust im Sinne von § 211 Abs. 2 StGB

Je nach Zählweise lassen sich bis zu 10 unterschiedliche Mordmerkmale unterscheiden, die eine vorsätzliche Tötung zum Mord machen. Dabei gibt es objektive Merkmale (die der zweiten Gruppe) und subjektive Merkmale (die der ersten und dritten Gruppe), die entsprechend im objektiven und subjektiven Tatbestand geprüft werden.

Das erste subjektive Merkmal ist Mordlust.

Aus Mordlust tötet, wem es darauf ankommt, einen anderen Menschen sterben zu sehen, sodass einziger Zweck seines Handelns die Tötung des Opfers selbst ist.

Wer aus Mordlust tötet, dessen Antrieb ist auf den Tötungsvorgang als solchen gerichtet (BGH, Urteil vom 15. April 1986, 1 StR 651/85). Weder hat der Täter ein besonderes Interesse am Tod genau dieses bestimmten Menschen (das Tatopfer ist also austauschbar), noch ist ein über das bloße Interesse am Töten hinausgehender Tatzweck erkennbar (Lackner/Kühl § 211 Rn. 4). In Betracht kommen beispielsweise, so fernliegend das auch im Einzelfall klingen mag:

  • Neugierde, einen Menschen sterben zu sehen
  • Zeitvertreib
  • Vernichtungshass oder
  • Freude am Töten

Das Mordmerkmal hat kaum praktische Bedeutung erlangt. Aber das heißt ja in Klausuren bekanntlich nichts.

 

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