RA Stefan Conen über die Unschuldsvermutung im Fall Rebecca

Der Vorsitzende der Vereinigung Berliner Strafverteidiger, RA Stefan Conen, hat sich im Inforadio zu den Durchstechereien – vermutlich – der Polizei geäußert:

Zur Bedeutung der Unschuldsvermutung für den Betroffenen:

Wenn es nicht zu einem solchen kommt, wird dieser Beschuldigte, der als unschuldig zu gelten hat, sein Leben lang von den Behörden mit dem Kainsmal eines Verdachts bedacht – und wird dieses auch nicht mehr abstreifen können.
[…]
Das Wesen der Unschuldsvermutung ist, dass der Staat jemanden, der verdächtigt ist, gerade nicht so behandelt, sondern als das, was er von Rechts wegen zu gelten hat: als einen Unschuldigen – damit er in diesem Fall auch als Unschuldiger in die Gesellschaft zurückkehren kann. Das scheint mir nach dieser Form der Berichterstattung deutlich verbaut zu sein.

Zur Bedeutung der Unschuldsvermutung für die Wahrheitsermittlung:

Aber wenn es zu einem Verfahren käme und da sitzen Schöffen, dann sollen die eigentlich erstmals mit den Einzelheiten erstmals in der Hauptverhandlung konfrontiert werden und unvoreingenommen herangehen. Wenn Sie jetzt mit Artikeln gefüttert werden wie einem, über dem „mehr als nur ein Verdacht“ steht, gehen Sie in so ein Verfahren nicht mehr mit der Unschuldsvermutung, sondern mit einer Schuldvermutung.

Das ganze Interview gibt es hier: Inforadio

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