Bundesgerichtshof bestätigt Verurteilung wegen versuchten Mordes auf Hamburger S-Bahnhof

Der Angeklagte brachte am Abend des 17. Dezember 2017 in Plastiktüten befindliche Polenböller der höchsten pyrotechnischen Gefahrenkategorie zusammen mit 72 Schrauben in dem Moment zur Explosion, als eine S-Bahn einfuhr. Jene Personen, die sich in der Nähe des Tatorts aufhielten, wurden zwar weder getötet noch verletzt, jedoch habe nach den Feststellungen der Schwurgerichtskammer potentielle Lebensgefahr bestanden. Zudem erlitt ein Fahrgast der einfahrenden S-Bahn ein Knalltrauma. Der Angeklagte war nach einem Bericht von Tag 24 im Hinblick auf den objektiven Tatbestand geständig, bestritt aber einen Tötungsvorsatz.

Die Staatsanwaltschaft hatte 8 Jahre gefordert, die Verteidigung 2 Jahre für ausreichend gehalten, da aus ihrer Sicht ein Tötungsvorsatz nicht nachweisbar gewesen sei.

Das Landgericht ging über die Straferwartung der  Staatsanwaltschaft hinaus und verurteilte den Angeklagten wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit dem versuchten Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge, dem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, einer gefährlichen Körperverletzung sowie einer gemeinschaftlichen Sachbeschädigung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren.

Der 5. Senat des Bundesgerichtshof hat die gegen das Urteil gerichtete Revision des Angeklagten verworfen. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

black and white construction cranes hamburg

Hamburg – Photo by mali maeder on Pexels.com

BGH: Beschluss vom 08. Mai 2019 – 5 StR 182/19
Vorinstanz:  LG Hamburg – Urteil vom 29. Oktober 2019 – 602 Ks 4/18

(Unter Verwendung einer Pressemitteilung des Bundegerichtshofs vom 13. Mai 2019)